Die Fremde als Heimat.pdf

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Rolf Parr

›Heimat‹ ist ein Konstrukt, ein erinnertes Ideal, das im Hier und Jetzt nicht mehr eingelöst werden kann und daher als Utopie in die Zukunft projiziert wird.Wie aber sieht es aus, wenn dieses zeitliche Szenario von Heimat verräumlicht und statt in einer unbestimmten Zukunft in einer ganz konkreten Fremde eingelöst werden soll? Dann entstehen auf der Rückseite des Verhältnisses von Fremde und Heimat ebenso merk- wie denkwürdige Modellierungen von Heimat, die insbesondere in der Zeit zwischen 1880 und 1930 prägnant beobachtet werden können. Was im Mutterland nur noch Erinnerung an eine ferne Vergangenheit sein kann, soll in den Kolonien zeitgleich zurückgewonnen werden. Die rückwärtsgewandte Blickrichtung der Heimatkunstbewegung und die vorwärts gerichtete der kolonialen Utopie fallen hier tendenziell zusammen.Rolf Parr nimmt vor allem drei brisante Konstellationen diskursanalytisch in den Blick: erstens die Südafrika-Begeisterung deutscher Schriftsteller während der Burenkriege (1899 bis 1902). Sie geht einher mit der Idee einer nachgeholten Heimatkunst, in der Südafrika zu einer Art deutschem ›Adoptiv-Vaterland‹ wird.Zweitens untersucht Parr die koloniale Inbesitznahme von Fremde als Heimat, an der sich die deutsche Kolonialliteratur abarbeitet, und drittens die der Expeditionsreisen in der Zwischenkriegszeit mit ihrer symbolischen Inbesitznahme der Fremde für die Heimat. Letztere ist verknüpft mit einem Denkmodell von Erkundungen der Ferne bei anschließender Rückkehr zur Heimatbasis.Diese drei Modellierungen von Heimat – einer Heimatkunst ›out-of-area‹, einer Ver-Heimatung der Fremde im Sinne des Kolonialismus und schließlich das Explorations-Modell der Expeditionen – entstehen zwar nacheinander, sind aber spätestens seit den 1910er Jahren parallel zueinander anzutreffen und reichen mit ihren ›Ausläufern‹ bis hinein in die 1950er Jahre: Nun sind Heimat- und Expeditionsfilme zwei der wichtigen Genres im Kino der Nachkriegszeit.

29. Nov. 2019 ... Mascha Kaléko, die 1938 Deutschland verlassen musste, schrieb diese erschütternden, anrührenden Zeilen im Exil. Als Jüdin verfolgt und ...

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9783835390515 ISBN
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Aktuelle Bewertungen

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Der Vortrag "Fremde Heimat" wurde am 13. November 2019 in der Kreuzeskirche Essen gehalten. Dort sprach Alfred Hirsch, Lehrbeauftragter für Philosophie an der Universität Witten-Herdecke. Eingeladen hatte ihn das Kulturwissenschaftliche Institut (KWI) und die Bonner Evangelische Akademie im Rheinland im Rahmen der Reihe "Heimat.Klang.Raum." Fremde Heimat: Das Schicksal der Vertriebenen nach 1945 ...

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Heimat, fremde Heimat ist ein wöchentliches Magazin des österreichischen Fernsehens. Es wird von der ORF-Minderheitenredaktion produziert und am Sonntag und am Dienstag ausgestrahlt. Das Magazin wird seit 1989 ausgestrahlt. Seit April 2015 steht die Sendung auch im Teletext-Gehörlosenservice mit Untertiteln zur Verfügung.

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3.1.4 Sprache als Heimat 3.1.5 Das ״perfekte“ Zusammenleben: Die Zirkusmetapher 3.2 Die Fremde bei Rafik Schami 3.2.1 Fremde als Bedrückung